Die Rolle der Frau in der heutigen Zeit

Wir leben heute in einer spannenden und interessanten Epoche. Zahlreiche Menschen denken und sagen, es sei die Zeit der Apokalypse, der Offenbarung der Zukunft, und nicht die des Weltuntergangs.
In den letzten Jahren hat sich technologisch, wirtschaftlich und sozial vieles verändert. Von elektronischen Mitteln und Medien geprägt, wurde die gesamte Welt in kürzester Zeit zum Dorf. Es ist möglich, in kürzester Zeit rund um den Globus Informationen auszutauschen und zu kommunizieren.

Die Familienstrukturen haben sich gewandelt und damit die Rolle der Frau.
Was bedeutet es denn nun, Frau zu sein? Welche Rolle soll und kann die Frau in der Gesellschaft spielen, welchen Werten soll sie sich verpflichten? Sind heute die oft verpönten Qualitäten des Frau sein von neuer Wichtigkeit? Und, welches sind die Qualitäten?

Es bedarf des Blicks zurück in die Vergangenheit, um Antworten auf diese Fragen zu finden.
In zahlreichen Schöpfungslegenden aus frühester Zeit sowie aus den verschiedensten Teilen der Erde und der Kulturen finden wir die Göttin und Mutter als Quelle allen Lebens beschrieben. Die Verbindung des weiblichen Prinzips mit dem Urmeer (Leben spendende Kräfte des Wassers) ist ein allgegenwärtiges Thema wie zum Beispiel die minoische Kultur: Auf Kreta, 6000 bis 1500 Jahre vor unserer Zeit, lebten die Minoer in einer so genannten matriarchalischen Gesellschaftsform. Es wurde die Göttin Natur, Ursprung aller Schöpfung und Harmonie, verehrt. Die Künste erlebten eine Hochblüte und es gab keine Anzeichen für kriegerische Verwicklungen. Die Religion und die Vergnügungen waren eng miteinander verbunden, sie wurden von Frauen und Männern gleichermassen ausgelebt.

Das ganze fand ein Ende durch die Invasion von Nomadenstämmen. Das bekannteste Volk damals waren die Semiter, eine streitsüchtige, von einer Krieger- und Priesterkaste beherrschte Bevölkerung. Sie brachten den wütenden Kriegs- und Berggott Jahwe mit sich.

Die Denkweisen der Semiter beeinflussen unsere Kultur bis heute. Juden, Christen und Mohammedaner gründen ihre Ideologien darauf. Die Wandlung von einer eher matriarchalischen zu einer patriarchalischen Gesellschaftsform, welche bis in unsere heutige Zeit weiter besteht, scheint darauf zu basieren. Gegenbewegungen gab es schon immer von verschiedenen Seiten. Das markanteste Beispiel ist wohl Jesus Christus, welcher der Frau erneut einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft geben wollte und zwar unter anderem in der Person von Maria Magdalena. Spätere Anstrengungen, der Frau mehr Rechte einzuräumen, wurden jedoch oft gewaltsam unterdrückt. Im Mittelalter war es die Zeit der Troubadouren oder der „Hexen“.

Die Prägung durch die Vergangenheit vermittelt uns Erkenntnisse über die sozialen, politischen und kulturellen Gesellschaftsformen unserer Zeit. Unsere moralischen Vorstellungen von Gut und Böse, die Rolle der Frau in der Gesellschaft, die Volksbräuche, die Familienstrukturen und vieles mehr sind von den Entwicklungen über Jahrtausende beeinflusst.

Qualitäten der Frau entdecken
Im 20. Jahrhundert hat sich die Frau wieder zu Wort gemeldet. Die Wogen der Emanzipation sind noch nicht geglättet. Das Frauenstimmrecht wurde zwar eingeführt, um das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit wird immer noch gerungen. Die Anstrengungen der Frauen dürfen sich nicht nur auf die Gleichberechtigung beschränken. Sie müssen ihre Qualitäten als Frau entdecken lernen und sie selbstbewusst in die Gesellschaft einbringen. Die Wiederentdeckung der weiblichen Werte ist für die Weiterentwicklung der Frau wegweisend.

Was bedeutet es, Frau zu sein?
Welches sind nun die weiblichen Werte? Was wurde über Jahrhunderte unterdrückt?
Dies zu erforschen und neu zu entdecken verlangt die Musse und das Suchen in uns Frauen selber, das Wissen über unsere Vergangenheit sowie das Hinterfragen unserer Erziehung. Der Gedanke an die Frau als das schwache Geschlecht ist tief in uns verankert. Sich diese Grundmuster bewusst zu machen, benötigt Geduld und Zeit. Eine verfeinerte Körperwahrnehmung, das in sich hinein Horchen, nach der Verbundenheit mit der Natur suchen und das sich befassen mit alten Kulturen sind Möglichkeiten, den Fragen nach dem Frau sein näher zu kommen.

Stolz sein auf unsere weiblichen Qualitäten
Oft werden weibliche Qualitäten von der Gesellschaft – auch von uns Frauen – zu wenig geschätzt oder erkannt, statt darauf stolz zu sein!

Es ist höchste Zeit, dass wir Frauen uns intensiv mit uns selber beschäftigen. Wir müssen unsere inneren Werte erkennen, unsere „weiblichen“ Sinne schulen, unsere Feinfühligkeit und dadurch die Fähigkeit zu vermitteln nutzen. Unsere ausgeprägten, kommunikativen Fähigkeiten müssen wir erkennen und sie stolz ausleben.

Wie betrete ich dieses Neuland? Was habe ich als Frau denn zu sagen? Mein Bauch ist zu dick, meine Beine zu kurz, mein Po zu Flach und meine Nase ist krumm. Dies sind männliche Wertvorstellungen, die uns Frauen anerzogen sind. Statussymbole wie lange Beine, grosser Busen und lange, blonde Haare reduzieren die Frau auf ein Sexobjekt, welches mit Blondinen-Witzen lächerlich gemacht wird. Und, dieses Frauenbild ist immer noch weit verbreitet, unbewusst oder bewusst. Es liegt nun an uns Frauen, dieses Bild zu verändern. Stolz und intuitiv wollen wir neue Wege suchen und sie auch begehen!

Das Erforschen unserer weiblichen Organe
Ein möglicher Weg ist das Erforschen unserer weiblichen Organe - Gebärmutter, Eierstöcke, Brüste. Dank dem Studium anatomischer Strukturen und dem Einsatz von Imagination gelingt es uns, die eigene Körperwahrnehmung zu sensibilisieren. Jedes unserer Organe hat ein Innenleben, eine eigene Note mit verschiedenen Qualitäten. Man spricht von Herzschmerz, etwas ist mir über die Leber gelaufen, die Galle kommt mir hoch, das liegt mir auf dem Magen und anderen Redewendungen, deren Ursprung auf anatomischen und physiologischen Tatsachen beruht. Durch das Erforschen dieses Innenlebens stösst man auf Neuland, Naturkräfte in uns werden wach und ungeahnte Lebensqualitäten werden aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt. Es sind die weiblichen Organe, welche uns grundsätzlich vom Mann unterscheiden. Sie geben uns das Geschenk der Fruchtbarkeit. Die Fruchtbarkeit ist das zentrale Element, welches das Wunder der Weiblichkeit ausmacht. Andere Elemente finden wir im Zyklus und der Kraft der Gebärmutter. Mit eigener Körperarbeit kann Frau Menstruationsbeschwerden angehen, die Fruchtbarkeit anregen, etwaige Verklebungen lösen, den Zyklus regulieren, die Haltung und Bewegung verbessern und die Wichtigkeit der Verbundenheit mit der Natur erleben. Auch komme ich mir als Frau näher, lerne meine Weiblichkeit zu lieben und auf den inneren Rhythmus zu hören. Wir Frauen haben alles Wissen in uns. Es braucht Geduld, Ruhe, Konzentration und die Bereitschaft, dieses natürliche Wissen zu ergründen und wahrzunehmen. Gönnen Sie sich diese Zeit, wenden Sie den Mut auf und wagen den Schritt ins Neuland.

Das Wunder Weiblichkeit
Der vorstehende Artikel gewährt nur einen kleinen Einblick in ein sehr weit gefächertes Thema, welches weltweit von verschiedenen Frauen angegangen wird und auf immer breiteres Interesse stösst: Die Revolution aus dem Inneren der Frau.

Im kommenden Herbst haben Sie die Möglichkeit, im Wallis einen 4-tägigen Workshop zum Thema „Wunder Weiblichkeit“ zu besuchen. Gerne beantworte ich Ihre Fragen unter info@helmos.ch.